"Es wird alles immer gleich ein wenig anders, wenn man es ausspricht."
nach Hermann Hesse
Herzlich Willkommen in unserer Praxis für Psychotherapie
Was ist Psychotherapie?
Psychotherapie ist die Behandlung von psychischen Erkrankungen sowie belastenden Erlebens- und Verhaltensweisen durch wissenschaftlich anerkannte Methoden. Die Grundlage bildet eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Patient:in und Therapeut:in. Die psychotherapeutische Behandlung erfolgt vor allem über persönliche Gespräche, innerhalb welcher konkrete Methoden und Techniken vermittelt und erlernt werden. Es wird in der Psychotherapie auf gemeinsam definierte Ziele, in einem zeitlich begrenzten Rahmen, hingearbeitet. Diese umfassen beispielsweise die Linderung von Beschwerden wie Depressionen oder Ängsten, als auch eine Veränderung tiefliegender Muster des Denkens, Fühlens und Verhaltens.
Was ist Verhaltenstherapie?
Es gibt vier Richtlinienverfahren, für die die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten übernehmen. Die Verhaltenstherapie ist eines davon (neben der analytischen, tiefenpsychologisch fundierten und systemischen Psychotherapie). In der Verhaltenstherapie gehen wir davon aus, dass problematisches Erleben und Verhalten erlernt wurde und durch neue Erfahrungen gezielt verändert werden kann. Gedanken, Gefühle und Verhalten beeinflussen sich dabei wechselseitig und werden durch Kontext und Verstärkung aufrechterhalten. Grundlage für den Veränderungsprozess ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Im ersten Schritt der Therapie erfolgt eine individuelle Fallkonzeption mit Diagnostik und funktionaler Analyse, um anschließend das konkrete therapeutische Vorgehen und klare Ziele im Hier-und-Jetzt zu bestimmen. Es werden dann evidenzbasierte Methoden eingesetzt z.B. Expositionsübungen, kognitive Umstrukturierung, Achtsamkeits- und Skills-Training, sowie eine Stärkung von Ressourcen und Selbstmanagement. Das Üben neuer Verhaltensweisen und gedanklicher Bewertungen im Alltag nimmt schließlich im Therapieverlauf eine zunehmend größere Rolle ein. Neben den in der Regel wöchentlich stattfindenden Sitzungen a 50 Minuten ist eine aktive Umsetzung der erarbeiteten Ansätze und Aufgaben zwischen den Sitzungen für den Therapieerfolg zentral.
Wann macht man eine ambulante Psychotherapie? Welche Störungsbilder werden behandelt?
Verhaltenstherapie ist bei vielen Störungsbildern wirksam, u. a. bei Depressionen, Angst- und Panikstörungen, Zwangsstörungen, Anpassungs- und Traumafolgestörungen, ADHS, Persönlichkeitsstörungen, Suchterkrankungen sowie somatischen Belastungen (Schmerz-, Schlafstörungen, funktionelle Beschwerden) und Essstörungen.
Eine ambulante Psychotherapie ist sinnvoll, wenn Beschwerden über längere Zeit anhalten, Leid verursachen und Schwierigkeiten bezüglich der sozialen oder beruflichen Leistungsfähigkeit bestehen. Vorab wird medizinisch abgeklärt, ob körperliche Ursachen bestehen. Eine ambulante Verhaltenstherapie ist dann passend, wenn die Bereitschaft besteht, sich mit Problemen auseinanderzusetzen, aktiv mitzuarbeiten, neue Strategien zu üben und konkrete Ziele mithilfe therapeutischer Unterstützung zu verfolgen.
Bei akuten Krisen (z. B. akute Suizidalität, anhaltender Alkohol-/Drogenkonsum, akute schizophrene Krankheitsphase) ist zunächst eine stationäre Behandlung notwendig. Anschließend kann eine ambulante Psychotherapie erfolgen.
Wer übernimmt die Kosten?
Wenn eine psychische Erkrankung vorliegt übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten zuzahlungsfrei. Eine Überweisung ist nicht erforderlich, die Vorlage der elektronischen Gesundheitskarte genügt. Ebenso übernehmen in der Regel private Krankenversicherungen und die Beihilfe die Kosten einer Psychotherapie. In der psychotherapeutischen Sprechstunde klärt der oder die Behandler:in, ob eine Psychotherapie empfohlen ist und welches das passende Psychotherapieverfahren darstellt. Leistungen ohne Krankheitsbezug (z. B. Coaching, Paar- oder Lebensberatung) sind keine Kassenleistungen, können jedoch als Selbstzahler in Anspruch genommen werden.
Im Notfall:
Wenn Sie sich in einer akuten psychischen Krise befinden oder drängende Suizidgedanken haben, suchen Sie sich sofort Hilfe. Bei Lebensgefahr kontaktieren Sie den Rettungsdienst unter 112. In dringenden psychischen Krisen können Sie sich an die Notaufnahme der nächsten psychiatrischen Klinik Ihres Wohnortes wenden, diese sind vor Ort und telefonisch zu erreichen. In Duisburg (Innenstadt) können Sie mit der zentralen Notaufnahme der Helios Marien Klinik Duisburg unter 0203 546 36501 Kontakt aufnehmen. Lassen Sie sich wenn möglich dorthin begleiten. Sofern Sie nicht aus Duisburg (Innenstadt) kommen, können Sie über die Website des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalens Krankenhäuser in den jeweiligen Pflichtversorgungsgebieten finden. In Krisensituationen ist auch die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar, kostenlos und anonym, unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Ärztliche Hilfe außerhalb regulärer Sprechzeiten finden Sie zudem unter der 116 117 durch den ärztlichen Bereitschaftsdienst.
